Vierter Tag: Luft 2

Bibeltext: 1 Kön 19, 11-13
11 Der HERR antwortete: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den HERRN! Da zog der HERR vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem HERRN voraus. Doch der HERR war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der HERR war nicht im Erdbeben.
12 Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der HERR war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln.
13 Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe 2016 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart

Impulse zum Bibeltext und zum Element:

  • Elija spürt Gott nicht in den gewaltigen Dingen, nicht im Sturm nicht im Erdbeben, nicht im Feuer….
  • im sanften, leisen Säuseln begegnet er Gott….
  • In seiner Übersetzung des Ersten Testamentes übersetzt Martin Buber dieses „sanfte, leise Säuseln“ mit „eine Stimme verschwebenden Schweigens“.
  • Eine Stimme verschwebenden Schweigens,
  • ein Schweigen, das verschwebt,
  • das ist fast wie „nichts“, kaum wahrnehmbar, kaum hörbar….
  • Da muss ich gut hinhören, hinspüren….
  • Wo spüre ich das Säuseln Gottes…die Stimme verschwebenden Schweigens?
  • Gott, ich danke dir…
  • Gott, ich bitte dich…

Vielleicht kann ich in einer längeren Stille diesem Säuseln, der Stimme verschwebenden Schweigens nachspüren.

Gebet

Du
Gott
Du bist am größten in den ganz kleinen Dingen
Darum bitte ich Dich
(…..)

Lass mich Dich erkennen
            in der Hand in meinem Schoß
            und in allem, was ich heute tue
            in der Stille um mich herum
            und in allem, was sie erfüllt
            im Stuhl, auf dem ich sitze
            und in allem, was mich trägt

Lass mich Dich suchen
            in den Menschen, dir mir heute begegnen
            im schreienden Kind
            in der werdenden Mutter
            im ergrauten Mann
            in jedem Menschen (…)

Lass mich Dich bestaunen
            in der Stimme aus dem Radio
            die mich verbindet mit der ganzen Welt
            im Himmel, der sich über mir wölbt
            und immer wieder anders ist
            in der Biene, die von Blüte zu Blüte fliegt
           im Baum, der einsam auf dem Hügel steht
            im ewigen Hin und Her der Stadt
            in allem, was geschieht
            in allem was sich bewegt
            in allem, was ist

Lass mich ein Werkzeug sein
            für den Frieden
            den die Welt nicht geben kann
            für das Leben, das den Tod überdauert
            für die Gerechtigkeit, nach der wir Hunger haben und Durst
            für das Land, in dem jeder Platz hat und Raum
            für die Zukunft, die wir alle ersehnen
            für alles, was Du mit der Welt vorhast
                                                                                  Anton Rotzetter

 

Lied: Bewahre uns Gott GL 468